Wo ist Lina? Die dramatische Suche nach der 10-Jährigen in Munchen-Pasing

Wo ist Lina? Die dramatische Suche nach der 10-Jährigen in Munchen-Pasing

Ein ruhiger Sonntagnachmittag verwandelt sich fur eine Familie in Munchen-Pasing in einen Albtraum: Die zehnjährige Lina de Vries kehrt von einem kurzen Ausflug nicht nach Hause zuruck. Seitdem läuft eine der umfangreichsten Suchaktionen der vergangenen Monate. Polizei, Rettungshunde, Drohnenteams und hunderte freiwillige Helfer durchkämmen das Stadtgebiet – während die Zeit unerbitterlich verstreicht.

Munchen-Pasing, gewöhnlich ein lebendiger, familienfreundlicher Stadtteil im Westen der bayerischen Landeshauptstadt, steht unter dem Eindruck eines tiefen Schocks. Wo sonst Kinder auf den Spielplätzen lachen und Anwohner durch den Pasinger Stadtpark spazieren, herrscht seit dem späten Sonntagnachmittag eine angespannte, beinahe lähmende Stille. Das Gesicht der kleinen Lina de Vries ist mittlerweile auf unzähligen Plakaten, an Haltestellen und in den sozialen Medien zu sehen. Ein Lächeln, ein Paar wache Augen – und die drängende Frage, die eine ganze Stadt beschäftigt: Was ist mit Lina geschehen?

Der Schicksalstag: Was am Sonntagnachmittag geschah

Es war ein typischer Sonntagnachmittag. Lina, ein aufgewecktes und als gewissenhaft beschriebenes Mädchen, hatte sich gegen 15:00 Uhr von ihren Eltern verabschiedet. Ihr Ziel war denkbar nah: Sie wollte sich nur kurz mit einer Schulfreundin treffen, die lediglich wenige Straßen entfernt wohnt. Der Weg fuhrte entlang bekannter Wohnstraßen in Pasing, einer Strecke, die Lina bereits dutzende Male problemlos alleine zuruckgelegt hatte.

Als das Mädchen jedoch bis zum ausgemachten Zeitpunkt um 17:00 Uhr nicht nach Hause zuruckkehrte, wurden die Eltern unruhig. Ein Anruf bei der Familie der Freundin brachte die erste Schocknachricht: Lina war dort nie angekommen. Nach eigenen Nachforschungen in der unmittelbaren Nachbarschaft und dem Absuchen des gewohnten Schulwegs wählten die verzweifelten Eltern am fruhen Sonntagabend den Notruf.

Seit diesem Moment tickt die Uhr. Fur die Ermittler gilt bei vermissten Kindern stets die oberste Prämisse: Die ersten Stunden sind entscheidend.

Eine Welle der Hilfsbereitschaft: Großaufgebot im Einsatz

Die Munchner Polizei reagierte unverzuglich und löste eine großangelegte Fahndung aus. Bereits in der Nacht zum Montag wurde das Suchgebiet weiträumig abgesperrt und systematisch durchkämmt. Bereitschaftspolizei, Rettungshundestaffeln und Spezialeinsatzkräfte wurden zusammengezogen, um jeden noch so kleinen Winkel abzusuchen.

  • Einsatz von High-Tech und Spurhunden: Über dem Pasinger Stadtpark und den angrenzenden Gleisanlagen kreisen seit Stunden Hubschrauber sowie hochmoderne Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind. Sogenannte Mantrailer-Hunde – hochspezialisierte Personensuchhunde – folgten der Fährte des Mädchens zunächst vom Elternhaus in Richtung des Stadtparks, verloren die Spur jedoch im Bereich einer belebten Kreuzung.

  • Durchsuchung von Grunanlagen und Gewässern: Auch die Wurm, die sich durch Pasing schlängelt, steht im Fokus der Einsatzkräfte. Taucher der Wasserwacht und der Polizei durchsuchen akribisch die Uferbereiche und strömungsarmen Zonen des Flusses.

Parallel dazu erfasst eine Welle der Solidarität den gesamten Munchner Westen. Hunderte Freiwillige haben sich uber soziale Netzwerke organisiert, um Flugblätter zu drucken, Plakate aufzuhängen und private Suchtrupps zu bilden. In Supermärkten, an Bus- und Tramhaltestellen sowie in den Schaufenstern lokaler Geschäfte hängt das Bild der Vermissten.

Die Familie zwischen Hoffen und Bangen

Fur die Eltern von Lina ist das ungewisse Schicksal ihrer Tochter eine unerträgliche Belastung. In Absprache mit der Polizei wandte sich die Familie mit einem emotionalen Appell an die Öffentlichkeit:

„Lina ist ein sehr zuverlässiges Mädchen. Sie wurde niemals einfach so fortlaufen oder mit Fremden mitgehen, ohne Bescheid zu geben. Wir bitten jeden von ganzem Herzen: Wer auch nur Kleinigkeiten gesehen hat, meldet euch bitte bei der Polizei.“

Psychologen der Notfallseelsorge betreuen die Angehörigen rund um die Uhr. Die Ungewissheit stellt eine enorme psychische Zerreißprobe dar. Jedes Geräusch an der Haustur, jedes Klingeln des Telefons lässt die Eltern aufschrecken – stets in der Hoffnung auf die erlösende Nachricht.

Polizei ermittelt in alle Richtungen

Die Kriminalpolizei hat eine Sonderkommission eingerichtet. Zum jetzigen Zeitpunkt schließen die Ermittler kein Szenario aus. Es wird sowohl gepruft, ob Lina Orientierungslosigkeit zum Verhängnis wurde oder ein Unfall vorliegt, als auch die Möglichkeit eines Verbrechenstatbestands akribisch untersucht.

Die Ermittler werten derzeit zahlreiche Aufnahmen von Überwachungskameras aus – unter anderem aus dem Bereich des Pasinger Bahnhofs, der Buslinien sowie von nahegelegenen Geschäften und Tankstellen. Ziel ist es, Linas Weg luckenlos zu rekonstruieren und festzustellen, ob sie sich möglicherweise in Begleitung einer anderen Person befand.

Personenbeschreibung: Haben Sie Lina gesehen?

Die Polizei wendet sich mit einer präzisen Personenbeschreibung an die Bevölkerung und bittet dringend um Mithilfe:

  • Name: Lina de Vries

  • Alter: 10 Jahre

  • Größe: ca. 1,40 Meter

  • Statur: schlank

  • Haare: schulterlanges, hellbraunes Haar, meist zu einem Pferdeschwanz gebunden

  • Bekleidung am Tag des Verschwindens: Eine dunkle Jeansjacke, ein rotes T-Shirt mit weißem Aufdruck, blaue Jeanshosen und helle Sneaker. Sie fuhrt möglicherweise einen kleinen, dunklen Rucksack mit sich.

Was Anwohner und Zeugen jetzt tun können

Die Polizei betont, dass derzeit jeder noch so kleine Hinweis von entscheidender Bedeutung sein kann. Anwohner im Stadtteil Pasing und den angrenzenden Bezirken (wie Laim, Obermenzing oder Hadern) werden um Folgendes gebeten:

  1. Grundstucke und Gebäude uberprufen: Hausbesitzer, Mieter und Verwalter werden gebeten, Kellerräume, Garagen, Schuppen, Gartenhäuser sowie frei zugängliche Dachböden oder Hinterhöfe grundlich zu kontrollieren. Es ist nicht auszuschließen, dass das Mädchen Schutz vor der Kälte oder Dunkelheit gesucht hat.

  2. Dashcam- und Videoaufnahmen sichern: Autofahrer, die am Sonntagnachmittag zwischen 15:00 Uhr und 19:00 Uhr im Raum Pasing unterwegs waren und uber eine Dashcam verfugen, werden aufgefordert, das Bildmaterial auf auffällige Beobachtungen zu uberprufen.

  3. Beobachtungen umgehend melden: Wer Lina seit Sonntagnachmittag gesehen hat oder Angaben zu ihrem aktuellen Aufenthaltsort machen kann, wird dringend gebeten, sofort den Notruf 110 der Polizei oder jede andere Polizeidienststelle zu kontaktieren.

Ein Stadtteil hofft auf ein gutes Ende

Mit jeder verstrichenen Stunde wächst die Sorge, doch die Hoffnung auf ein gluckliches Ende ist ungebrochen. Die enorme Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung zeigt, wie sehr das Schicksal der kleinen Lina die Menschen beruhrt und zusammenrucken lässt. Die Suchmaßnahmen laufen auch weiterhin ohne Unterbrechung auf Hochtouren.

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